ubuntu-pics.de existiert seit der Zeit von Ubuntu 8.04. Damals war Hardy Heron das aktuelle Release, GNOME 2 war Standard und Unity noch ein Fremdwort. Diese Seite dokumentiert die Versionsgeschichte aus der Perspektive von jemandem der Ubuntu aktiv benutzt – nicht als trockene Changelog-Liste sondern mit den Dingen die Nutzer wirklich beschäftigt haben.
Ubuntu erscheint zweimal im Jahr: im April (xx.04) und im Oktober (xx.10). LTS-Versionen erscheinen alle zwei Jahre im April und bekommen 5 Jahre Support. Non-LTS-Versionen bekommen nur 9 Monate Updates – gut zum Ausprobieren, nicht für Produktivrechner.
LTS-Versionen im Überblick
Wer nicht wissen will was zwischen den LTS-Releases passiert ist, kommt mit dieser Liste aus. Die LTS-Versionen sind das was die meisten Nutzer tatsächlich einsetzen.
April 2024
Ubuntu 24.04 LTS "Noble Numbat"
Aktuell · Support bis 2029
GNOME 46, neuer Flutter-basierter App Center, überarbeitete Einstellungen, neuer Installer (Ubuntu Desktop Provision). Firefox und Thunderbird als Snaps. Kernel 6.8.
Bekannte Probleme beim Release: Einige NVIDIA-Treiber-Probleme mit Kernel 6.8, neuer Installer in seltenen Fällen hängengeblieben bei verschlüsselten Installationen.
April 2022
Ubuntu 22.04 LTS "Jammy Jellyfish"
Support bis 2027
GNOME 42, erstmals offizieller Dark Mode, Dash-to-Dock als Standard-Erweiterung integriert. Firefox wechselte zu Snap – was die Community gespalten hat. PipeWire ersetzt PulseAudio.
Bekannte Probleme: Firefox-Snap startete anfangs deutlich langsamer als die apt-Version. Einige Nutzer hatten Probleme mit Nvidia und Wayland.
April 2020
Ubuntu 20.04 LTS "Focal Fossa"
EOL April 2025
GNOME 3.36, deutlich verbesserte Performance gegenüber 18.04, neues Yaru-Theme mit Dark-Mode-Variante, nftables ersetzt iptables. Sehr stabiltes Release, eines der beliebtesten LTS überhaupt.
Bekannte Probleme: Nvidia-Treiber anfangs instabil mit Wayland, snap-Probleme bei manchen Python-Entwicklern.
April 2018
Ubuntu 18.04 LTS "Bionic Beaver"
EOL
Das Release bei dem Unity offiziell beerdigt wurde. Rückkehr zu GNOME, neues Yaru-Theme, Wayland als optionaler Session-Typ. Für viele Nutzer eine Erleichterung nach der Unity-Ära.
Bekannte Probleme: Wayland und proprietäre Nvidia-Treiber waren zu dem Zeitpunkt noch nicht produktionsreif zusammen. Die meisten nutzten weiter X11.
April 2016
Ubuntu 16.04 LTS "Xenial Xerus"
EOL
Noch mit Unity 7, systemd als Standard-Init-System (löste Upstart ab). Snap-Pakete wurden eingeführt. Sehr langlebig – viele Server liefen jahrelang auf 16.04.
Bekannte Probleme: Unity Dash-Suche schickte Suchanfragen an Amazon (Datenschutz-Kontroverse), ließ sich aber deaktivieren.
April 2014
Ubuntu 14.04 LTS "Trusty Tahr"
EOL
Unity 7, HUD-Suche, überarbeiteter Dash. Eines der stabilsten Ubuntu-Releases überhaupt. Wurde auf sehr vielen Produktiv-Servern eingesetzt und von manchen Nutzern bis zum absoluten EOL betrieben.
April 2012
Ubuntu 12.04 LTS "Precise Pangolin"
EOL
Unity 5/6, das erste Ubuntu das viele Nutzer wirklich mit Unity kennengelernt haben. Die Umgewöhnung von GNOME 2 war für viele holprig aber Unity hatte echte Stärken für kleinere Bildschirme.
April 2010
Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
EOL
GNOME 2.30, neues "Light"-Theme (ubuntu-pics.de war dabei als es vorgestellt wurde), Ubuntu One Music Store. Die Fensterkontrollknöpfe wanderten von rechts nach links – das hat damals mehr Diskussionen ausgelöst als man denkt.
April 2008
Ubuntu 8.04 LTS "Hardy Heron"
EOL · Ursprung von ubuntu-pics.de
GNOME 2.22, Ubuntu als ernstzunehmende Windows-Alternative für Einsteiger. Diese Version war der Startpunkt von ubuntu-pics.de – Screenshots aus dieser Zeit zeigten oft OpenOffice.org, Firefox 3 und das klassische braune Human-Theme.
Bekannte Probleme damals: WLAN-Treiber für Broadcom und Intel waren Dauerthema, proprietäre Grafiktreiber mussten manuell installiert werden. Vieles was heute automatisch klappt brauchte damals mehrere Terminal-Befehle.
Warum das Archiv noch nützlich ist
Manche Nutzer betreiben Ubuntu-Server auf älteren Versionen die aus verschiedenen Gründen nicht aktualisiert wurden. Für diese Szenarien ist es hilfreich dokumentiert zu haben welche Probleme und Lösungen für die jeweilige Version galten. Ein Fix der für Ubuntu 20.04 funktioniert muss auf 18.04 nicht funktionieren.
Außerdem: die Versionsgeschichte von Ubuntu zeigt wie sich Linux-Desktop-Entwicklung in der Praxis anfühlt. Die Kontroverse um Unity, die Rückkehr zu GNOME, die schrittweise Einführung von Wayland – das sind keine trockenen Release-Notes sondern Entscheidungen die das tägliche Arbeiten beeinflusst haben.
Weiterführende Links
Für die vollständige Releasehistorie inklusive aller Non-LTS-Versionen und Server-Images empfiehlt sich die offizielle Ubuntu-Dokumentation. Diese Seite fokussiert auf Desktop-Nutzung und die Dinge die reale Nutzer in den Foren beschäftigt haben – nicht auf vollständige technische Dokumentation.
Mehr Screenshots aus verschiedenen Ubuntu-Versionen gibt es auf der Screenshot-Seite. FAQ zu aktuellen Problemen findet sich in der FAQ. Für Webprojekte auf Linux-Basis empfiehlt sich ein Blick auf Ag3ntur.de oder Webseite erstellen lassen.